Filmvorführung in Hannover und vier anderen deutschen Städten

*****English below*****

14.12.18, Hannover (Elchkeller), 19:00 Uhr:

Moria 35

„Moria 35″, eine Dokumentation über die brutale Festnahme von und den Gerichtsprozess gegen 35 protestierende Geflüchtete im Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos.

Trailer: https://www.facebook.com/705411139643622/videos/325619401366802/
Website Regisseur: https://joindaproductions.wordpress.com/
Facebook Regisseur: https://www.facebook.com/Joinda-production-705411139643622
Facebook-Event zur Veranstaltung in Hannover: https://www.facebook.com/events/257605324913493

Griechenland, Lesbos, 2017. Seit Monaten protestieren Geflüchtete gegen die menschenunwürdigen Lebensbedingungen im Lager Moria. Am 18. Juni findet ein friedlicher Sitzstreik ein gewaltsames Ende. Die Polizei stürmt das Flüchtlingslager und nimmt auf brutale Weise 35 Männer fest. Neun Monate lang müssen sie im Gefängnis ausharren, bevor ihnen ein Gerichtsprozess gemacht wird, obwohl es keinerlei Beweise gegen sie gibt. „Soweit ich das verstehe, bin ich nur festgenommen worden, weil ich schwarz bin“, schließt Didier Ndiay aus dem Senegal.

Der erste Teil des Films folgt den verschiedenen Protesten und der Festnahme der 35 Männer im Lager Moria. Im zweiten Teil wird der Gerichtsprozess gegen die Geflüchteten begleitet und es wird ein Ausblick auf ihre verschiedenen Lebenssituationen nach Verkündung des Urteils gegeben, die von einem Leben in Freiheit bis hin zu Haft und Abschiebung reichen.
Der Fall der Moria 35 ist paradigmatisch für eine fortlaufende Kriminalisierung von Geflüchteten auf den Griechischen Inseln seit Abschluss der EU-Türkei Erklärung. Daher wird es zu Beginn des Filmes eine kurze Einführung zur Situation von Geflüchteten seit dem Deal zwischen der EU und der Türkei vom März 2016 geben.

In Anschluss an den Film gibt es eine offene Diskussion mit dem Regisseur Fridoon Joinda, der selbst als Geflüchteter auf Lesbos lebte und zahlreiche Filme über die Situation auf der Insel gedreht hat, sowie mit der Produzentin Valeria Hänsel, die als Teil von der Organisation bordermonitoring.eu und kritnet des Netzwerks für kritische Migrations- und Grenzregime-Forschung auf Lesbos tätig ist.
Im Rahmen der Veranstaltung wird eine Aktivistin der Kampagne „You can´t evict Solidarity“ über aktuelle Repressionen und Kriminalisierung auf der Balkanroute informieren.
(Bei den Veranstaltungen in Göttingen und Berlin wird zudem die Rechtsanwältin Lorraine Leete, die seit 2 Jahren im Legal Centre Lesbos Rechtsberatung für Geflüchtete durchführt, über die juristischen Hintergründe informieren.)

Der Eintritt ist frei.

Der Film wird auf Englisch und in fünf verschiedenen Städten gezeigt:

13.12. Marburg (Capitol Kino); 20:00 Uhr
14.12. Hannover (Echkeller), 19:00 Uhr
15.12. Göttingen (Hörsaal, Platz der Göttinger Sieben, HSG); 19:00 Uhr
16.12. Dresden (Kosmotique e. V.), 19:00 Uhr
17.12. Berlin (Kino Moviemento), 19:00 Uhr

Die Tour wird in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung ermöglicht.

Moria 35

Greece, Lesbos, 2017: For months, refugees have been protesting against the inhumane living conditions in Moria camp. On 18 June, a peaceful sit-down strike comes to a violent end. The police storms the refugee camp and brutally arrests 35 men. For nine months, they have to wait in prison before facing a trial in court, even though there is no evidence against them. „As far as I understand, I was only arrested because I am black,“ said Didier Ndiay from Senegal.

The first part of the film follows the various protests and the arrest of the 35 men in Moria camp. The second part accompanies the trial of the refugees and gives an outlook on their different life situations after the sentence, ranging from a life in freedom to imprisonment and deportation.

The case of the Moria 35 is paradigmatic for the ongoing criminalization of refugees on the Greek islands since the conclusion of the EU-Turkey Deal. Therefore, at the beginning of the film, there will be a brief introduction to the situation of refugees since the deal between the EU and Turkey in March 2016.
The film will be followed by an open discussion with director Fridoon Joinda, who himself has lived as a refugee on Lesvos and has made numerous films about the situation on the island, and with producer Valeria Hänsel, who is working on Lesvos for the organization Bordermonitoring and the Network for Critical migration and Border Regime Studies. At the events in Göttingen and Berlin, the lawyer Lorraine Leete, who has been providing legal advice for refugees at the Legal Center Lesvos for 2 years, will also provide information on the legal background.

Free entrance.

The film in English can be seen in five different cities:

13.12. Marburg (Capitol Kino); 8pm
14.12. Hannover (Echkeller), 7pm
15.12. Göttingen (Hörsaal, Platz der Göttinger Sieben, HSG); 7pm
16.12. Dresden (Kosmotique e. V.), 7pm
17.12. Berlin (Kino Moviemento), 7pm

The tour is realised in cooperation with the Rosa Luxemburg Foundation.

Vortrag: „Was bedeutet Solidarität heute?“ – Mo., 25.06., 20 Uhr, UJZ Korn

*Montag, 25. Juni, 20 Uhr, UJZ Korn, Kornstr. 28-32*

„Bedingung für die freie Gesellschaft sind autonome Individuen, die zur Solidarität fähig sind.“ (Bundschuh 1998)

Früher war in (linken) politischen Kontexten der Begriff Solidarität ein wichtiger Begriff, ob als Klassensolidarität des Proletariats oder als internationale Solidarität der Unterdrückten weltweit. In neueren und neuesten sozialen Bewegungen – ob der Frauen-, Umwelt- oder
Geflüchtetenbewegung – oder Kämpfen gegen Prekarität stellt sich die Frage nach Solidarität neu: Wer soll wie mit wem solidarisch sein?
Können andere Begriffe wie „Support“, „Allyship“ oder „Komplizenschaft“ das Problem lösen? Oder geht es vielmehr um eine neue Praxis der Solidarität, die den alten Begriff mit neuen Inhalten füllt? Was steht hinter dem Modell der Solidarischen Netzwerke?
In dem Vortrag soll der Begriff Solidarität aus Perspektive Kritischer Gesellschaftstheorie und durch Bezug auf Diskussionen mit geflüchteten Aktivist*innen erneut erkundet werden.

Eine Veranstaltung von Solinet Hannover im Rahmen des festival contre le racisme

Film: LESVOS: BEAUTIFUL PRISON – Sa., 07.04.2018, Kino im Sprengel

Samstag – 07.04.2018, 20:30 Uhr

Kino im Sprengel

von Laura Heinig, D/GR  2017, 55 min., digital,
https://www.lesvos-beautiful-prison.com/

Kurztext: Der Dokumentarfilm zeigt die häßliche Seite der Festung Europa, aber auch Mut, Solidarität und Selbstorganisation.
Der Dokumentarfilm zeigt anhand der Geschichte und den Erfahrungen von fünf Frauen die Situation auf der griechischen Insel Lesbos (griech. Lesvos). Lesvos war und ist einer der zentralen Orte, an dem Menschen auf ihrem Weg nach Europa ankommen. Die im Film porträtierten Frauen haben ihre ganz eigene Geschichte, wie und warum sie auf die Insel gekommen sind. Sie eröffnen zusammen eine ganz besondere Perspektive auf all das, was auf Lesvos geschieht – vom Ankommen als Geflüchtete auf der Insel, den Lebensbedingungen im Flüchtlingscamp Moria und der Brutalität der europäischen Außen- und Grenzpolitik. Sie erzählen aber gleichzeitig auch eine andere Geschichte von Freundschaft, gegenseitiger Hilfe und dem Versuch, in einem besetzten Haus mitten in der Hauptstadt von Lesvos autonom leben zu können. Damit zeigt der Film auf ganz eindrückliche Weise, wie der Versuch unternommen wird, sich seine Menschlichkeit, Würde, Unabhängigkeit und seine Freiheit zu bewahren.

Nach dem Film Diskussion und anschließend Soliparty in der Sturmglocke

In Zusammenarbeit mit der „Gruppe für praktische Solidarität“

Trailer: https://vimeo.com/248353134

Eintritt 5 Euro, HannoverAktivPass 2,50 Euro

Appell “Menschenrecht auf Familienzusammenführung einhalten!”

Zusammen mit mehr als 50 niedersächsischen Initiativen, Vereinen und Organisationen der Flüchtlingsunterstützung haben wir den Appell “Menschenrecht auf Familienzusammenführung einhalten!” unterzeichnet.

Die Unterzeichner*innen richten sich an die Verantwortlichen in CDU, CSU und SPD, die über eine Regierungsbildung in Berlin verhandeln. Sie fordern eine Gewährleistung des Rechts auf Familiennachzug für alle Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz. Die fortgesetzte Verhinderung des Familiennachzugs zu Schutzberechtigten ist unmenschlich. Der Schutz der Familie ist ein elementares Grundrecht, das auch für Geflüchtete gilt.

Die Initiativen und Organisationen kritisieren zudem die geplante Fortsetzung der Aussetzung der Aufnahme aus Griechenland und Italien. Dort halten sich derzeit mehr als 4.000 Familienangehörige auf, die bereits jetzt einen Rechtsanspruch auf den Nachzug nach Deutschland haben (an dieser Stelle die Erinnerung an eine Petition unserer Freunde vom Mobile Info Team, die im Sommer 2017 von 25.000 Menschen unterschrieben wurde).

Die Initiativen und Organisationen unterstützen die Forderungen, die PRO ASYL an den deutschen Bundestag stellt:
→ Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Geschützte beenden!
→ Visumsverfahren für Familienmitglieder beschleunigen!
→ Einreise von in Griechenland gestrandeten Angehörigen ermöglichen!

Veranstaltung: „Hotspot Moria: Was die europäische Abschreckungspolitik konkret für die Geflüchteten bedeutet“

Donnerstag, 21.12.2017, 19 Uhr
Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4, 30161 Hannover

Trotz des so genannten EU-Türkei Deals kommen weiterhin regelmäßig Menschen, vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, aber auch aus Pakistan und afrikanischen Ländern auf Lesbos und anderen griechischen Inseln in der Ägäis an. Die zurzeit größte Gruppe der Ankommenden sind Kinder. Mittlerweile sitzen tausende geflüchtete Menschen – darunter auch unbegleitete Minderjährige, Kranke, Traumatisierte und andere besonders Schutzbedürftige – auf diesen Inseln fest und was sie dort erleben, ist ein langes, undurchsichtiges Asylverfahren unter menschenunwürdigen Bedingungen. Viele der Betroffenen in den überfüllten Camps sind z.B. in kleinen Sommerzelten dem Winter schutzlos ausgeliefert, ohne (ausreichende) Versorgung und Zugang zu rechtlicher Beratung und Vertretung. Das Ausmaß der Entrechtung ist groß.

Im Sinne praktischer Solidarität waren in den letzten Wochen u.a. drei Hannoveraner*innen in unterschiedlichen Projekten vor Ort. Die dabei gewonnenen Einblicke möchten sie mit Interessierten teilen. In der hier angekündigten Veranstaltung wird über Rahmenbedingungen der Asylanhörungsvorbereitung im Moria-Camp, welche durch das Projekt „European Lawyers in Lesvos“ angeboten wird, berichtet. Zudem werden die vielfältigen praktischen und politischen Aktivitäten der Gruppe „No border kitchen Lesbos“ (NBK) vorgestellt. Schließlich werden die Tätigkeitsbereiche der Gruppe „Chios Eastern Shore Response Team“ (CESRT) bei der Erstversorgung von Geflüchteten nach der Ankunft mit dem Boot sowie der längerfristigen Unterstützung von Familien dargestellt.

In der Veranstaltung sollen darüber hinaus Wege der Unterstützung vor Ort und von Deutschland aus diskutiert werden.

Eine Veranstaltung vom Flüchtlingsrat Niedersachsen und Grenzenlos Kochen Hannover.