Archiv für März 2016

Kurze Info

- BREAKING: 100 refugees blocking the highway between Greece and FYROM! 100 Geflüchtete blockieren die Autobahn an der griechisch-mazedonischen Grenze!
- Großer Andrang heute bei der anwaltlichen Beratung in unserem Info-Zelt in Idomeni.
- Die internationale Gruppe ‪#‎overthefortress‬ hat einen weiteren Pavillion mit Steckdosen errichtet.

Beitrag von NoBorder-Athens

Unsere Freund*innen von NoBorder-Athens weisen auf ein großes systemisches Problem in Griechenland hin, das wir auch aus Idomeni kennen :
„Volunteers know all vulnerable cases. They transfer people to hospitals and social services. Many houses and squats have opened to provide temporary shelter. They support them with information, asylum procedures and contacts… But it’s not enough!”

Link zum Artikel auf Facebook

Die Absurdität des Ganzen

Video vom Donnerstagmorgen, 9.00 Uhr, im Info-Zelt in Idomeni (Weiterleitung zu facebook)
Eine junge Frau aus Syrien mit ihren Kindern im Alter von 1 und 5 Jahren, die auf eine Familienzusammenführung mit ihrem Mann in Berlin hofft und vor allem der schlammigen Zeltstadt Idomeni entkommen möchte.
Ihre einzige Hoffnung: Eine Stunde pro Woche, in der sie versuchen muss, per Skype einen Termin für den Antrag auf Familienzusammenführung zu vereinbaren – zeitgleich mit allen anderen arabisch Sprechenden unter den 50.000 Geflüchteten in Griechenland.
Auch die Termine für die Anträge auf Asyl in Griechenland und Relocation können nur zu bestimmten Skypezeiten vereinbart werden.
So sieht die gesamteuropäische Antwort aus:
- 1h/Woche Skypezeit für alle arabisch sprechenden unter den 50.000 Geflüchteten, die eine Familienzusammenführung beantragen möchten,
- keine andere Option für diese Frau und ihre 2 Kinder!

Es macht wütend!

Autobahn besetzt

Am 23.03.16 besetzten 100 Geflüchtete aus dem Militärcamp Neakavala die Autobahn zwischen Thessaloniki und Mazedonien!
Für einen Tag und eine Nacht hielten sie die Besetzung aufrecht.

30 Sekunden zur Blockade auf youtube

GKH – Bericht über unsere erste Woche in Idomeni: Kochen, Proteste und Blockaden – für etwas Besseres als die Nation

Unsere erste Woche in Idomeni ist vorüber. Anlass für uns, euch unsere Arbeit hier einmal genauer zu beschreiben:
In Idomeni hat sich nicht nur eine Soli-Küche etabliert, die über Wochen tagtäglich unglaubliche 10.000 Mahlzeiten gekocht hat (aiddeliverymission). Hier finden sich auch Volunteers und Aktivist*innen, die sich um Kinderbetreuung im Camp Idomeni kümmern, Menschen, die die Verteilung von Sachspenden koordinieren und auch ein Info-Team, das ein Info-Zelt für die Menschen im Camp Idomeni errichtet hat und dieses täglich von 9-20 Uhr betreut und stets mit den neuesten Informationen füttert.
Was den Menschen hier neben Sicherheit, medizinischer Versorgung und Nahrung am meisten fehlt, sind nämlich zuverlässige Informationen über die aktuelle Situation.
Darum sind wir von Grenzenlos Kochen Hannover seit 3 Tagen auch im Info-Team involviert.
Im Info-Zelt werden in den Rubriken „Familienzusammenführung“, „Relocation“, „Asyl in Griechenland“ und „News“ die gesammelten Infos präsentiert und Möglichkeiten aufgezeigt. Beim Lesen aufkommende Fragen werden im persönlichen Gespräch geklärt, so z.B. mit dem 15-Jährigen Jungen aus Syrien, der auf eine Familienzusammenführung mit seinem in Deutschland lebenden Vater hofft, dem Verlobten, dem erklärt werden muss, dass nur bei einer beschlossenen Ehe die Voraussetzungen für die Zusammenführung gegeben sind, oder der Frau mit Kindern im Alter von 1 und 5 Jahren, die zu ihrem Mann in Deutschland und vor allem der schlammigen Zeltstadt Idomeni entkommen möchte.
Die traurige Notwendigkeit des Info-Zelts ergibt sich daraus, dass es keine zuverlässigen oder transparenten Informationen zu den genannten Themen gibt, nicht einmal von den zuständigen Behörden selbst. Die Vorenthaltung von Informationen wird hier bewusst als Machtmittel und Kontrollinstrument eingesetzt.
Wir beziehen unsere Infos daher aus unabhängigen Informationsplattformen, Gesprächen mit Asylrechtsanwält*innen und Angestellten der zuständigen Behörden.

Also fassen wir zusammen:
Es sind unabhängige Volunteers und Aktivist*innen, die sich um die Versorgung mit Essen und Tee, die Kinderbetreuung, die Verteilung von Sachspenden und die Bereitstellung von Informationen kümmern. Alles Dinge, zweifelsohne, die die Geflüchteten auch selbst organisieren könnten, wenn man sie nicht daran hindern würde.
Diese 100-200 Aktivist*innen zeigen aber trotz der widrigen Bedingungen, dass es möglich ist, einander auf Augenhöhe zu begegnen und Menschen wahrhaftig willkommen zu heißen. Sie bilden damit einen Gegenentwurf zur nationalistischen Haltung der meisten europäischen Staaten und ihrer Bürger*innen, deren „Willkommen“ immer ein „aber“ folgen lässt und an Bedingungen geknüpft ist, die eine wirkliche Gleichberechtigung der neu ankommenden Menschen auch in vielen Jahren noch erschweren oder verhindern wird.
Darum kämpfen wir zusammen mit den Geflüchteten! Für die befreite Gesellschaft, das schöne Leben und etwas besseres als die Nation!

P.S.: Grade jetzt stehen in Idomeni 20 Busse bereit, um Menschen in Camps zu transportieren, in denen so schlimme Zustände herrschen, dass Menschen von dort bisher häufig freiwillig nach Idomeni zurückgekehrt sind.
Viele befürchten eine Räumung des Camps!

Außerdem: Was in den letzten Tagen rund um Idomeni geschah:
- 22.03.: Hunderte Menschen treten in den Hungerstreik; 2 junge Männer versuchen, sich zu verbrennen
- 23.03.: Blockade der Autobahn durch 100 Geflüchtete bei Polykastro nahe Idomeni
Soliaufruf: Unterstützt die Proteste und Blockaden bei Idomeni!
- nach stundenlangem Regen und heftigem Wind wird Idomeni wieder zur Matschwüste
- 24.03.: Ein Van überfährt 2 Kinder, die mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden


Kochen mit der Aid Delivery Mission – in Überdimension


Ein Junge wärmt sich im Camp in Idomeni an einem Plastikfeuer


Das Camp in Idomeni ist nach stundenlangem Regen in Matsch versunken


Vom Sturm umgewehte Dixi-Klos im Refugee Camp Idomeni


Schlange vor dem Tee-Zelt nach dem Regen


Das Info-Zelt…


… ist den ganzen Tag über Treffpunkt für Groß und Klein


… und bietet Informationen für die Geflüchteten…


… genauso wie aktuelle Neuigkeiten in Englisch, Arabisch und Farsi


Ein Thema, das viele Menschen beschäftigt, sind die Regularien der Familienzusammenführung.


Protest auf den Bahngleisen von Idomeni