Idomeni: Griechenland räumt nun doch mit Gewalt

“Die griechische Regierung hat die Polizei damit beauftragt, das provisorische Flüchtlingscamp in Idomeni an der Grenze zu Mazedonien zu räumen. Die Beamten sollen am Dienstagmorgen um sechs Uhr mit der Evakuierung beginnen. Die Aktion soll drei Tage dauern.” SpON, 23.05.16

Über Monate sind die Refugees, die freiwillig in die Camps im Landesinneren gegangen sind, nach kurzer Zeit und in großen Mengen wieder nach Idomeni zurückgekehrt. Da es Griechenland nicht gelungen ist, die Bedingungen in den Camps besser zu halten als im Zelt-Dorf Idomeni, UND da die Versprechungen einer schnellen Registrierung nicht eingehalten wurden, wählt Griechenland nun doch den Weg der Gewalt, um die 9000 Menschen aus Idomeni zu entfernen.
Einen guten Überblick über die Situation in den diversen Camps bietet http://livetickereidomeni.bordermonitoring.eu/.

Medico International spricht von einer „Bankrotterklärung der europäischen Flüchtlingspolitik. Es geht nicht darum die Lage der Gestrandeten zu verbessern, sondern sie unsichtbar zu machen. Idomeni ist eine offene Wunde in Europa, vor der niemand die Augen verschließen kann. Der politische Konflikt am dortigen Zaun soll nun in einen technokratischen Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit transformiert werden. Das Elend wird dann nur noch verwaltet und nicht mehr gelöst werden.“ (https://www.medico.de/kritik-an-raeumung-idomeni-16440/)

Weiter heißt es im SpON-Artikel:
“Ziel ist es, die rund 9000 Menschen in der Zeltstadt in andere, organisierte Einrichtungen in der Gegend um Thessaloniki zu bringen.(…)

Polizisten aus Athen und Thessaloniki werden im Einsatz sein, darunter auch Spezialeinheiten der sogenannten Group of Crime Prevention and Suppression (OPKE). Die Beamten sollen rund um das Lager stationiert werden und es dann schrittweise evakuieren. (…)

Dem Plan zufolge sollen bereits am Montagabend die Zugänge zum Gelände in Idomeni gesperrt werden. Außenstehende wie Journalisten oder Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen müssen das Camp vor der Evakuierung verlassen.

Die Behörden hoffen, dass die Flüchtlinge möglichst wenig Widerstand
leisten werden, hieß es aus hochrangigen Polizeikreisen.”

Weitere Quellen:
http://moving-europe.org/idomeni-eviction-on-early-tuesday-morning/