Archiv für Juli 2016

Widerstand gegen Räumung des No Border Social Centers Lesbos

Seit gestern wehren sich Menschen auf der griechischen Insel Lesbos gegen die Räumung des erst vor einer Woche gegründeten No Border Social Centers:

Ein Bericht aus erster Hand:
„Heute, 27.07., stand gegen 19.30 Uhr griechischer Zeit die Polizei vor dem No Border Social Center. Die Alpha Bank hat die Räumung des Geländes beantragt. Nach Verhandlungen mit der Polizei wurde den Bewohner_innen des No Border Social Centers zugestanden, dass sie alle das Gelände verlassen könnten, wenn zwei Personen ihre Personalien abgeben würden. Bis zum Abend wurde Zeit gegeben, Dinge aus dem Social Center raus zu schaffen.

Die meisten Aktivist_innen des Zentrums verließen bis zum Abend das Gelände, eine Hand voll blieb jedoch drinnen und hat sich auf den oberen Stockwerken des Hauptgebäudes eingerichtet, um deutlich zu machen, dass sie nicht freiwillig das Gelände verlassen werden. Die Polizei war am Abend abgezogen, zum derzeitigen Zeitpunkt, ca. 24 Uhr, hat sie keine Anstalten gemacht, die Räumung gewaltsam durchsetzen zu wollen.

Nachdem noch am Tag zuvor Besuch von rund 250 Flüchtlinge die Notwendigkeit eines solchen Zentrums deutlich gemacht hatte, war diese Räumung nun ein schwerer Schlag gegen eine Einrichtung, die sehr vielversprechend ihren Anfang genommen hatte. Noch abends zuvor war auf einem Konzert im Rahmen eines Kulturfestivals deutlich geworden, dass auch viele Bewohner_innen von Mytilini das No Border Social Center für unterstützenswert halten.

Die No Border Kitchen ist durch die Räuung in ihrer Tätigkeit nicht eingeschränkt und wird weiterhin kochen und Leute mit Essen versorgen.“

„Today, around 8 pm police came to evict us. Some of us started a protest at the rooftop, the others moved the social center to the beach. We won‘t give up that easily. Please come to support us!
United we stand. Divided we fall.
You can‘t evict a movement.“ (https://www.facebook.com/NBKLesvos/)

No Border Kitchen Lesbos eröffnet No Border Social Center

Mal wieder sind Menschen aus Hannover auf der griechischen Insel Lesbos aktiv:
Grade gestern wurde dort das No Border Social Center zwischen dem Hotspot Moria und der Inselhauptstadt Mytilini eröffnet!
Wie es dort aussieht und was dort demnächst passiert, erfahrt ihr in ihrem Bericht:

“Heute, am 22. Juli, wurde das No Border Social Center auf Lesbos eröffnet. Es sind zahlreiche Flüchtlinge v.a. aus dem Lager in Moria und dem Familienlager Kara Tepe gekommen. Offensichtlich wurde ein Bedürfnis vieler Flüchtlinge nach einem Raum, in dem sie sich ungezwungen aufhalten können, mit dem Zentrum erfüllt.

Auch die Besitzerin des Gebäudekomplexes, die Alphabank war in Begleitung der Polizei gekommen. Zunächst hieß es, dass alle sofort das Gelände verlassen müssen – auch wenn der Bank-Vertreter erneut betont hat, wie gut die Eigentümerin das Projekt an sich fände –, denn der bauliche Zustand ließe ein solches Projekt nicht zu. Letztlich wurde mitgeteilt, dass die Social-Center-Betreiber_innen den Gebäudekomplex bis Sonntagabend verlassen müssten, bzw. am Montag der Räumungsbeschluss überreicht werden würde.

Nun wird versucht, andere Flüchtlingsprojekte und wohlgesonnene Bewohner_innen und auch Geschäftsleute in Mytilini zu mobilisieren, um ihre Unterstützung deutlich zu machen und an die Alphabank zu appellieren, das Projekt bestehen zu lassen.

Es bleibt spannend, und wir sind zuversichtlich.”

Im Bericht der No Border Kitchen zur Eröffnung heißt es:

“Our work to create the social center progressed quickly. Walls got coloured, rooms furnitured, information gathered… so now we are ready to start!

We serve free snacks and drinks, offer legal information, a separate save space for women, books, games, a playground for children, mobile charging stations and hang-out areas.

Let’s bring down the walls that divide us! We are counting on your support!”

Fast 3000 Refugees stecken nach dem EU-Türkei-Deal seit Monaten auf der griechischen Insel fest. Die Insel erfährt bei weitem nicht mehr die mediale Aufmerksamkeit des Vorsommers, obwohl täglich Boote ankommen. Die Zustände auf der Insel und im Hotspot Moria machen das Social Center so unglaublich wichtig!

No Border Camp Thessaloniki und Münster

Am morgigen Freitag beginnen zeitgleich das No Border Camp Thessaloniki 2016 und das No border camp Münster. Viele Leute haben viel Zeit in die Vorbereitung gesteckt, um diese absolut wichtige Vernetzungsarbeit zu ermöglichen!

Das sehenswerte Programm für Münster findet ihr hier,
das komplette Programm für Thessaloniki gibt’s hier.

NO BORDER CAMP -
FOR THE CIRCULATION OF TRANSNATIONAL STRUGGLES
AGAINST STATE, NATIONALISM, PATRIARCHY AND THE CAPITAL!

Ausstellung „Kindermalereien aus Idomeni“


Vom 13.-20.07.16 stellen unsere Freund*innen von der Gruppe „Rigardu“ in der Werkhütte Hildesheim Bilder aus, die Kinder im inoffiziellen Flüchtlingscamp Idomeni gemalt haben.

An mehreren Abenden gibt es zusätzlich interessante Veranstaltungen (s. Programm), am Mittwoch, 20.07., werden „Grenzenlos Kochen Hannover“ und „Rigardu“ gemeinsam eine Übersicht über die aktuelle Situation und sinnvollen Support auf der Balkanroute geben.

Also sagt es weiter, kommt vorbei, unterstützt die Gruppe und erfahrt etwas über die Arbeit im Kinderzelt von Idomeni!

Lesbos: „On to new adventures…“

Harte, aber auch Hoffnung machende Neuigkeiten von unseren Freund_innen auf Lesbos: https://noborderkitchenlesvos.noblogs.org/post/2016/07/03/on-to-new-adventures/
Nachdem viele Menschen dem Call for Support gefolgt sind, wird dort demnächst ein Social Center eröffnet werden können, um den katastrophalen Zuständen für Geflüchtete auf der griechischen Insel eine Alternative entgegenzustellen!