Allgemein

Statt „No more Moria“ heißt es auf Lesbos nun „No more Pikpa“

*english below*

Am Freitag, den 30.10.2020, wurde das Pikpa-Camp auf Lesbos geräumt. Pikpa bot in den letzten Jahren insgesamt über 30.000 Schutzbedürftigen, Alten und Kranken, sowie unbegleiteten Minderjährigen eine würdige Unterbringung und ein Umfeld, in dem sie sich wohl fühlten. Während einige Kilometer weiter neben Kara Tepe ein neues unwürdiges Moria-Elendslager entstanden ist, werden die Menschen aus den würdigen Unterkünften vertrieben.

Statt „No more Moria“ heißt es auf Lesbos nun „No more Pikpa“

EU-Regierungen behaupten, dass alles besser werden soll. Die Realität zeichnet ein anderes Bild: Die Geflüchteten, die in Pikpa leben, sollen in das alte Kara Tepe Camp gebracht werden, wo es gestern einen ersten positiven Coronafall gab. Zusätzlich droht den Betreiber*innen von Pikpa sogar eine Geldstrafe von 2,5 Millionen Euro.

Wenn ihr die Idee einer würdigen Behandlung von Geflüchteten weiter unterstützen wollt, könnt ihr auf savepikpa.eu an Lesvos Solidarity spenden.

Quelle:
https://twitter.com/lnob2020/status/1322087893381337088

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The Pikpa camp on Lesbos was evicted on Friday, 30th of October. Pikpa has offered over 30,000 people in need of protection, the elderly and the sick, as well as unaccompanied minors, a dignified accommodation and a place where they feel safe. While a new, unworthy Moria misery camp has arisen a few kilometers further in Kara Tepe, the people are being displaced from the dignified accommodations.

Instead of “No more Moria” it is now called “No more Pikpa” on Lesbos

EU governments claim that everything should get better, the reality looks different: The people living in PIKPA are to be brought to the old Kara Tepe camp, where the first positive Corona case was identified yesterday. Additionally the operators of Pikpa are threatened with a fine of 2.5 million euros.

If you want to continue to support the idea of a dignified treatment of refugees, you can donate to Lesvos Solidarity on savepikpa.eu.

#leavenoonebehind

Source:
https://twitter.com/lnob2020/status/1322087893381337088

Spendenaufruf „Just People“ für die Menschen aus dem abgebrannten Camp Moria

Moria ist niedergebrannt. Es brannte in der ersten Nacht an mehreren Stellen – angefacht durch einen starken Wind – zum großen Teil und in der folgenden Nacht dann vollständig ab. Jahrelang haben die Politiker_innen Europas weggeschaut. Als unvermeidliche Folge der fremdenfeindlichen, rassistischen und unmenschlichen Politik in Europa sind 15.000 Frauen, Kinder und Männer obdachlos geworden. Wenn Katastrophen wie diese in anderen Teilen der Welt geschähen, würde den Menschen sofort vor Ort geholfen. In Lesbos wissen wir, dass diese Katastrophe mehr Repression, Gewalt und Aktivitäten der organisierten Rechten bedeutet.

Das Camp Moria war von Anfang an (absichtlich) unmenschlich und es wurde immer schlimmer. Das Camp und die umliegenden Olivenhaine sind ein einziges großes Freiluftgefängnis für Migrant_innen. Das Coronavirus verschlechterte die Bedingungen nur noch weiter. Bereits seit März 2020 befanden sich die Menschen aus dem Camp im Lockdown. Letzte Woche wurde der erste Covid-Fall im Lager registriert, und weitere folgten. Die Bedingungen in Moria sind ungeeignet für soziale Distanz, angemessene Hygiene oder andere Anti-Covid-Maßnahmen, die wir im übrigen Europa als selbstverständlich annehmen. 15.000 Menschen wussten, wo sie zurückgelassen werden.

Zunächst brannte der leere Bereich, in denen die mit Corona-Infizierten und ihre Kontakt-Personen isoliert werden sollten. Die verständliche Forderung lautete: bringt die an Covid-19 erkrankten Menschen in ein Krankenhaus oder zumindest weg vom Camp. Von der Regierung war stattdessen eine große Doppelzaun-Anlage um das gesamte Camp geplant.

Als Teile der Olivenhaine rund um das Lager – in denen Menschen in Zelten und selbstgebauten Unterkünften lebten – zu brennen begannen, reagierte Polizei und Feuerwehr nicht. Erst als die Container von IOM, der Agentur, die die „freiwillige Abschiebung“ organisiert, brannte, reagierte die Polizei – mit Tränengas. Und erst als das ganze Camp in Flammen stand, durften die Migrant_innen fliehen. Aber nicht bis in die nächste nur 8 km entfernte Stadt Mytilini. Jetzt sitzen die Menschen seit Tagen auf einer Straße fest und die Polizei blockiert sie von allen Seiten.

Zusätzlich zur Polizei haben die aufgebrachte Bevölkerung und Faschist_innen – genau wie schon im März diesen Jahres – begonnen, Migrant_innen und solidarische Menschen aggressiv zu verfolgen, einzuschüchtern und zu schikanieren. Sie patrouillieren auf Motorrädern durch die Stadt und ihre Umgebung.
Aus Fotos und Videos lässt sich das Ausmaß der Katastrophe ablesen. Der griechische Staat reagiert wie üblich: ein für vier Monate ausgerufener Ausnahmezustand auf Lesbos, was mehr Polizei und Militär auf der Insel bedeutet. Es wurde ein neues provisorisches geschlossenes Lager für 5000 Menschen errichtet. Während einige Hundert Migrant_innen dort bereits wohnen, versammeln sich aufgebrachte Inselbewohner_innen unterstützt durch die organisierte Rechte in der Nähe.

In den ersten Tagen sah das Militär sich nicht im Stande, die Menschen mit Wasser und Essen zu versorgen und bat NGOs um Hilfe. Selbst große NGOs sind aufgrund der Situation vollkommen handlungsunfähig – oder wollen nicht handeln, wie das UNHCR, das erst aktiv werden will, wenn die chaotische Situation beendet ist und alle wieder an einem Ort sind.

Trotz der Widrigkeiten, die sich uns entgegenstellen, werden wir so gut wir können, die dort festsitzenden Menschen unterstützen. Während die Politik diskutiert, sind es, wie in Idomeni 2015, wir, die sofort handeln und Wasser, Essen, Windeln, Kleidung verteilen. Wir, das sind unter anderem die No Border Kitchen Lesbos und WISH Lesbos (Women in Solidarity House). Dazu benötigen wir weiterhin eure Spenden unter dem Stichwort „Just people“ !!!

Ein neues Lager ist keine Lösung: Evakuierung der griechischen Inseln sofort!

In Solidarität,
die YouCantEvictSolidarity-Kampagne

https://cantevictsolidarity.noblogs.org/

Spendenkonto:
Kontoinhaber*in: VVN/BdA Hannover
Verwendungszweck: just people
IBAN: DE67 250 100 3000 4086 1305
BIC: PBNKDEFFXXX
Bank: Postbank Hannover

Weitere Infos:
dm-aegean – Das EU-Hotspot-Lager Moria ist Geschichte. Es wurde bis auf‘s Letzte niedergebrannt.

Solidarity Art – Verkauf von Kunstwerken gegen Spende für Refugee Support auf Lesbos

Wir von Grenzenlos Kochen Hannover haben gemeinsam mit Freunden eine Plattform aufgebaut, auf der gespendete Kunstwerke angeboten werden, deren Erlös zu 100% an Refugee-Support-Organisationen auf Lesbos geht.

Die angebotenen Kunstwerke und weitere Informationen findet Ihr auf unserer Website www.solidarity-art.de.
Dort erfahrt Ihr auch mehr über die drei Organisationen, an die die Spenden gehen.

#leavenoonebehind #SolidarityArt

Weitersagen!
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Liebe alle ,

die weltweite Corona-Krise wirkt sich auf viele Menschen existenz- und lebensbedrohend aus. Doch außerhalb unseres direkten Umfeldes befinden sich Menschen, für die die Situation durch das Fehlen von Grundversorgung und durch den Zwang, sich gemeinsam auf engem Raum aufzuhalten, noch bedrohlicher ist als für uns.

Wie sollen zum Beispiel die Geflüchteten in Griechenland, welche durch griechische und türkische Einheiten wie ein Spielball hin und her gestoßen werden und dabei schärfste Gewalt erfahren müssen, ohne jegliche medizinische Unterstützung und auf engstem Raum eine Pandemie überstehen können?
In den letzten Wochen wurden dort weitere Menschen- und Grundrechte außer Kraft gesetzt und ein wichtiges Versorgungs- und Schulzentrum auf Lesbos brannte während der tagelangen rassistischen Übergriffe ab.

Da wegen der Corona-Pandemie Spenden-Veranstaltungen und Kundgebungen nicht stattfinden können, müssen wir nun kreativ werden und neue Wege finden, wie geholfen werden kann.

Wir von Solidarity-Art laden Künstler*innen und Kunsthandwerker*innen in Ausbildung oder Studium dazu ein, Werke und Stücke aus ihrem Repertoire an uns zu spenden.
Kunstliebhaber*innen können mit dem Erwerb dieser Kunstwerke auf unserer Crowdfunding-Seite drei auf Lesbos bestehende Projekte für Geflüchtete – „One Happy Family“, „Lesvos Solidarity“ und „Movement On The Ground“ – unterstützen. Die Einnahmen gehen direkt als Spende an die Organisationen.

Die angebotenen Kunstwerke und weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite www.solidarity-art.de.

Unser Ziel ist es, Menschen zu empowern, auf verschiedenste Arten und Weisen politisch aktiv zu sein und zu bleiben. Wir wollen für Ungleichheit innerhalb des kapitalistischen Systems sensibilisieren und Betroffene unterstützen, aus der Ohnmacht ins Handeln zu kommen.

Lasst uns gemeinsam grenzenlose Solidarität zeigen.
#leavenoonebehind #SolidarityArt

Mit schönen Grüßen,

das Solidarity-Art – Team

Spendenaufruf Balkanroute Winter 2019: No Border – No Nation – Just People

Liebe Freund_innen, Genossen_innen und alle da draußen, denen das Schicksal anderer Menschen nicht egal ist,

erstmal einen riesengroßen Dank an euch Alle für die enorme Hilfsbereitschaft und Unterstützung durch Sach- und Geldspenden, die unserem erneuten Spendenaufruf im Winter 2018 folgte. Die Spendenbereitschaft war überwältigend und immer wieder berührte uns die breite Solidarität.

Auch wenn die meisten Medien zur aktuellen Situation auf den Fluchtrouten schweigen und die Situation der Geflüchteten wenig Aufmerksamkeit findet, sind noch immer Tausende Menschen auf der Suche nach Schutz und harren in unbeschreiblichen Zuständen vor der Festung Europa oder auf der Balkanroute aus. Die ohnehin schlimmen Zustände werden sich während des Winters weiterhin verschärfen.

Die Fluchtursachen und -gründe bestehen weiterhin und mit einem erneuten völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Türkei in Syrien werden weitere Menschen zur Flucht gezwungen. Als Reaktion auf entstehende Fluchtbewegungen wird die Abschottung und Überwachung der EU-Grenzen immer restriktiver und das Leiden der Menschen auf der Flucht, die immer riskantere Wege wählen müssen, größer.

Mehr als 15.000 Menschen sitzen zurzeit unter katastrophalen Zuständen über Monate oder Jahre auf der griechischen Insel Lesbos im Camp Moria fest, das nur für maximal 3000 Menschen gedacht war. Selbst mit dem Wissen über die Situation, ist es kaum zu ertragen, dies mit eigenen Augen zu sehen. Insbesondere die hohe Anzahl von kleinen Kindern ist immer wieder erschreckend. Entlang der Balkanroute müssen Hunderte Menschen an den Grenzen bei Minusgraden, Schnee und Regen, ohne sanitäre Anlagen, auf der blanken Erde schlafen. Dazu kommt die Gewalt durch Polizei und Militär u.a. bei illegalen Push-Backs. Es verlangt uns allen viel ab, vor dieser Situation nicht zu kapitulieren, sondern weiterhin entsprechend unseren Möglichkeiten jeden einzelnen Menschen zu sehen und zu unterstützen.

Trotzdem fahren wir und viele andere Aktivist_innen noch immer an die EU-Außengrenzen, um uns ein direktes Bild der Lage zu machen und einen Überblick zu gewinnen, an welchen Orten es notwendig und sinnvoll ist, mit euren Spenden teilweise über Wochen und Monate Geflüchtete entlang der Balkanroute und auf den griechischen Inseln Samos und Lesbos zu unterstützen. Ziel ist dabei auch immer, Informationen zu sammeln, sich mit Geflüchteten und anderen aktiven Gruppen zu vernetzen und vor allem hierzulande wieder mehr Transparenz zur aktuellen Situation zu schaffen.

Unsere Solidarität wird niemals enden, aber die Spendengelder sind aufgebraucht.

Deshalb wenden wir uns heute nochmal an euch mit der Bitte, uns (weiterhin) zu unterstützen.

Die No Border Kitchen Lesbos hat in 2019 erneut – u.a. mit euren Spenden und insgesamt fast 100.000 Euro Spendengeldern – die dort festsitzenden Menschen durch warme Mahlzeiten, Getränke, Decken und Kleidung praktisch solidarisch unterstützt. Wir können ihnen zwar nicht ihre Würde zurückgeben, aber das Gefühl, dass sie nicht allein sind und dass es in Europa auch Menschen gibt, die sich mit ihnen solidarisieren. Inzwischen haben sich dem Kollektiv auch Geflüchtete aus aller Welt angeschlossen; ohne sie wäre der Support vor Ort nicht in diesem Maße leistbar.

Das feministische Frauenzentrum Bona Fide in Montenegro hat in den letzten anderthalb Jahren über 2000 Fliehende aufgenommen. Bis zu 60 Menschen pro Nacht werden Verpflegung, Nahrung, medizinische Versorgung, Kleidung, Duschen und Waschmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Auch dieses Projekt wurde durch eure Spenden unterstützt.

Wir haben mit euren Spenden des Weiteren auch Initiativen und soziale Zentren in Griechenland und der Türkei unterstützt, in denen Geflüchtete wohnen, die Menschen auf der Flucht unterstützen bzw. sich für die Rechte Geflüchteter und Bewegungsfreiheit einsetzen.

Was uns eint, ist, durch unser solidarisches Handeln und die Bereitstellung von Verpflegung und technischer Infrastruktur vor Ort konkrete Hilfe zu leisten und so die Menschen auf der Flucht praktisch zu unterstützen.

Wir konnten durch eure Unterstützung Vieles bewegen. Um unsere Vorhaben auch jetzt und in Zukunft weiter realisieren zu können, bitten wir alle unsere Freund_innen, Genoss_innen und solidarische Menschen, uns nach ihren Kräften und Möglichkeiten mit Spenden zu unterstützen oder zu überlegen, wie und wo ihr in eurem Umfeld Gelder besorgen könnt, damit bei uns weiterhin der Kessel dampft.

Teilt gerne auch überall diesen Aufruf.
 
In Solidarität,
Grenzenlos Kochen Hannover als Teil der Kampagne „No Border – No Nation – Just People“
 
Infos zur Situation an den Grenzen:
http://balkanroute.bordermonitoring.eu
https://cantevictsolidarity.noblogs.org
https://noborderkitchenlesvos.noblogs.org
 
Spendenkonto:
Kontoinhaber*in: VVN/BdA Hannover
Verwendungszweck: just people
Bank: Postbank Hannover
IBAN: DE67 250 100 3000 4086 1305
BIC: PBNKDEFFXXX
(Verwendungszweck beachten!)

16.11.19: No Border Kitchen Soli Party in Hannover

Sa., 16.11.19, 22 Uhr – Soli Party No Border Kitchen Lesvos @ Stumpf Hannover

Short Info:
Saturday 16th Nov
Doors 10pm
Dubkasten with own Soundsystem
Roots, Dub and Steppers
Solidarity Party No Border Kitchen Lesvos
Info point No Border Kitchen
Beer and Longdrink bar – reasonable prices
Refugees welcome!
Open the borders!