Aufruf

Spendenaufruf Balkanroute Winter 2018: No Border – No Nation – Just People

Liebe Genoss_innen, Freund_innen und alle da draußen, denen das Schicksal anderer Menschen nicht egal ist,

erstmal einen riesengroßen Dank an euch Alle für die enorme Hilfsbereitschaft und Unterstützung durch Sach- und Geldspenden, die unseren letzten beiden Aufrufen im Winter 2015 folgten. Die Spendenbereitschaft war überwältigend und immer wieder berührte es uns, wie sich Solidarität anfühlen kann.

Viele Aktivist_innen fahren an die EU-Außengrenzen, um mit diesen Spenden teilweise über Wochen und Monate entlang der Balkanroute bis nach Griechenland und auf den griechischen Inseln Samos und vor allem Lesbos Geflüchteten zu helfen.
Die Fluchtursachen und -gründe bestehen weiterhin, die Abschottung der EU-Grenzen wird immer restriktiver und so das Leiden der Menschen auf der Flucht größer. Unsere Solidarität wird niemals enden, aber die Spendengelder sind aufgebraucht.

Wir befinden uns im Jahr 2018 und die meisten Medien schweigen zur aktuellen Situation auf den Fluchtrouten und zu denen, die unter den Strapazen der Flucht leiden müssen. Doch nur weil über die Situation nicht mehr berichtet wird, ist diese noch lange nicht vorbei. Noch immer sind Tausende auf der Suche nach Schutz und harren in unbeschreiblichen Zuständen vor der Festung Europas aus. Mehr als 30.000 Menschen erreichten in 2018 die griechischen Inseln, und sitzen dort unter katastrophalen Zuständen über Monate oder Jahre fest. Die ohnehin schlimmen Zustände werden durch den Winter weiter verschärft.

Tausende Menschen hängen entlang der Balkanroute fest, so leben z.B. 2500 Menschen in Bosnien-Herzegowina meist in Zelten, davon ein Drittel Familien mit Kindern und Minderjährigen. Die Situation ist katastrophal. Viele Sachspenden (Decken, Kleidung, Schuhe, Planen, Zelte) sind vor Ort. Was fehlt, ist Geld für frische Lebensmittel, die wir vor Ort einkaufen.

Wir konnten durch Eure Unterstützung Vieles bewegen, obwohl es in Anbetracht der Lage niemals genug sein wird. So konnte die No Border Kitchen Lesbos in 2017 und 2018 mit jeweils rund 100.000 Euro Spendengeldern die Menschen, die dort in schlimmen Zuständen festsitzen, unterstützen. Durch warme Mahlzeiten, Getränke, Decken und Kleidung können wir Menschen unterstützen, nicht jedoch ihnen ihre Würde zurückgeben. Wir können ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind und dass es auch in Europa Menschen gibt, die sich mit ihnen solidarisieren. Inzwischen haben sich unserer Crew auch Geflüchtete aus aller Welt angeschlossen ohne deren Hilfe wir den Support vor Ort gar nicht schaffen könnten.
Um unsere Vorhaben auch jetzt und in Zukunft weiter realisieren zu können, bitten wir Euch (erneut) um Eure Unterstützung.

Immer wieder fahren Gruppen oder Einzelpersonen von uns an die Orte des Geschehens, um sich ein direktes Bild der Lage zu machen und einen Überblick zu gewinnen, an welchen Orten es konkret welcher Hilfe bedarf. Ziel ist dabei auch, Informationen zu sammeln, sich mit Geflüchteten und anderen aktiven Gruppen zu vernetzen und hierzulande wieder mehr Transparenz zur aktuellen Situation zu schaffen.

Wir wenden uns hiermit nochmal an Euch alle mit der Bitte, uns (weiterhin) zu unterstützen. Zum einen sind wir dringend auf Geldspenden angewiesen, um überhaupt noch weiter kochen zu können. Was uns eint, ist, durch unsere Arbeit und die Bereitstellung von Verpflegung und technischer Infrastruktur vor Ort, konkrete Hilfe zu leisten und so die Menschen auf der Flucht bei der Überwindung der Grenzen praktisch zu unterstützen.
Wir bitten alle unsere Freund_innen und Genoss_innen, uns nach ihren Kräften und Möglichkeiten zu unterstützen und zu überlegen, wie und wo ihr in Eurem Umfeld evtl. Geld besorgen könnt, damit bei uns weiterhin der Kessel dampft.

Außerdem wäre es super, wenn Ihr diesen Aufruf möglichst breit streuen und weiterleiten könntet.

In Solidarität,
Grenzenlos Kochen Hannover, als Teil der Kampagne “No Border – No Nation – Just People”

Infos zur Situation an den Grenzen:
http://bordermonitoring.eu/
Lesbos: https://noborderkitchenlesvos.noblogs.org/

Spendenkonto:
Kontoinhaber*in: VVN/BdA Hannover
Verwendungszweck: just people
Bank: Postbank Hannover
IBAN: DE67 250 100 3000 4086 1305
BIC: PBNKDEFFXXX
(Verwendungszweck beachten!)

Spendenaufruf Idomeni

Die Gruppe “Grenzenlos Kochen Hannover” macht sich in neuer Besetzung wieder auf nach Griechenland, dieses Mal an den Ort Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze:

Hallo! Wir sind 4 junge Menschen aus Hannover…
…und wir benötigen Eure Hilfe, um eine mobile Küche an der griechisch-mazedonischen Grenze aufrechtzuerhalten!

Nordgriechenland, März 2016:
Die griechisch-mazedonische Grenze nahe Idomeni, die vor wenigen Monaten noch passierbar war, wird jetzt von schwer bewaffneten Militäreinheiten bewacht und mit Zäunen abgeriegelt.
Nur Syrer*innen und Iraker*innen dürfen die Grenze noch passieren, doch auch von diesen werden nur 300-500 Personen pro Tag durchgelassen. Das hat dazu geführt, dass in Griechenland mittlerweile 35.000 fliehende Menschen feststecken. (UPDATE: Seit Montag, dem 07.03.16, ist die Grenze komplett geschlossen.)
12.000 Menschen, darunter 4.000 Kinder, halten sich nach Schätzung der Hilfsorganisation “Save The Children” (Stand: 05.03.16) am Grenzübergang in Zelten auf; in der Hoffnung, doch noch über die Grenze zu kommen.
Was also auf den Fotos wie das Camping-Gelände eines Festivals aussieht, ist, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, mangelndem Regenschutz, fehlender Versorgung mit Wasser, Nahrung und sanitären Einrichtungen, der Kampf ums nackte Überleben.
Camp Idomeni 1
Camp Idomeni 2
Wieder einmal sind es auch hier nicht staatliche Einrichtungen, sondern unabhängige Aktivist_innen, die die Versorgung der Menschen mit dem Nötigsten sicherstellen:
Wir möchten unter anderem die aus den Niederlanden stammende mobile Küche Aid Delivery Mission, die mit einer Besetzung von 40-70 Personen derzeit täglich 8000 Mahlzeiten kocht, unterstützen. Wegen der großen Mengen benötigt diese Küche insbesondere auch finanzielle Unterstützung zur Bezahlung der Lebensmittel.

Das Kochen und die auf den ersten Blick rein humanitäre Arbeit ist hierbei durchaus als politisch zu verstehen: Die 12.000 Menschen nahe der Grenze sind den europäischen Staaten ein Dorn im Auge: Während es von Seiten der griechischen Behörden keinerlei Unterstützung gibt, gibt es von Seiten der mazedonischen Grenzpolizei Pfefferspray und Knüppel bei Versuchen, die Grenze dennoch zu überwinden. Zuletzt wurden hierbei am 29.02.16 Dutzende Menschen verletzt, auch darunter viele Kinder.

Andererseits gibt es sogar Berichte darüber, dass in vom griechischen Militär geführten Refugee Camps nahe Idomeni regelmäßig vergammeltes Essen ausgegeben wird. Um Menschen auf der Flucht abzuschrecken, scheinen die europäischen Staaten vor keinem Mittel zurückzuschrecken.

Solange Europa sich nicht glaubhaft dafür einsetzt, Fluchtursachen zu reduzieren, sondern vor allem so weiter macht wie bisher und die Fluchtursachen weiter produziert, solange hat diese Festung Europa mit unserem Widerstand zu rechnen und so lange werden wir Menschen auf der Flucht unabhängig unterstützen!

Ab dem 15.03. werden wir für 2 Wochen die selbstorganisierte Küche “Aid Delivery Mission” und die fliehenden Menschen in Idomeni unterstützen.

Doch für diese praktische Solidarität brauchen wir eure Hilfe!
Wir sind dankbar für jede Form der Unterstützung, egal ob es sich um Sachspenden, Geldspenden, Mitfahrer*innen oder Öffentlichkeitsarbeit wie das Teilen dieses Aufrufs handelt.

Spendengelder benötigen wir, um vor Ort handlungsfähig zu sein und die Dinge einkaufen zu können, die am dringendsten gebraucht werden: Eure Geldspenden werden vor allem den Kauf von Nahrungsmitteln, Wasser, Regencapes, Notfalldecken und Sprit ermöglichen. Sollten wir zu viele Sach- oder Geldspenden erhalten, werden wir diese anderen Koch- und Unterstützungsgruppen vor Ort zukommen lassen.

Geldspenden zur Ermöglichung der Idomeni-Support-Tour bitte an:

Kontoinhaber*in: VVN/BdA Hannover
Verwendungszweck: refugeecamp-Balkan
Bank: Postbank Hannover
IBAN: DE67 250 100 3000 4086 1305
BIC: PBNKDEFFXXX
(Verwendungszweck beachten!)

Bei Rückfragen, Anregungen o.ä. könnt ihr uns per Mail erreichen: grenzenloskochenhannover@posteo.de.

Über unsere Fahrt an die Grenzen wird es im Nachhinein eine Multimediareportage und einen Vortrag geben. Falls ihr uns hierfür einladen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gerne.
Wir werden euch außerdem durch regelmäßige Pressemitteilungen auf unserem Blog über die Verwendung eurer Spenden und die aktuelle Lage auf dem Laufenden halten. Wenn ihr diese auf direktem Wege erhalten wollt, schreibt uns eine Mail mit Bitte um Aufnahme in den Verteiler!

Mit solidarischen Grüßen,
Grenzenlos Kochen

Weitere Informationen zur aktuellen Situation in Idomeni:
- http://www.heute.de/idomeni-42564014.html
- https://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/idomeni-173.html
- Infomobile: „Idomeni about to explode: Anybody listening out there?“
- Video: “An der Grenze der europäischen Werte”
- “Balkan-Route komplett geschlossen”
- “Brutale Racheaktionen gegen Protestierende: Mazedonische Behörden misshandeln Teilnehmer der Proteste von Flüchtenden in Idomeni bei legalem Grenzübertritt”

Camp Idomeni 3
Camp Idomeni 4

© Foto 1: http://aiddeliverymission.org/
© Fotos 2-5: Copyright Hugo Miguel Caldeira

Spendenaufruf November 2015:

Wir sind eine Gruppe von vier jungen Menschen aus Hannover, bestehend aus einer Studentin der Sozialen Arbeit, einer Medizinstudentin, einem Krankenpfleger, einem Fotojournalisten…

…und wir benötigen Eure Hilfe, um eine mobile Küche an der slowenisch-kroatischen Grenze aufrechtzuerhalten!

Südosteuropa 2015, kurz vor Wintereinbruch:
Grenzen, die vor wenigen Wochen noch passierbar waren, werden jetzt von schwer bewaffneten Militäreinheiten bewacht und mit Zäunen abgeriegelt. Das Problem: Menschen, die auf der Flucht sind, haben keine Wahl. Sie machen sich auf den Weg nach Deutschland, nach Schweden oder nach Griechenland, obwohl sie wissen, dass sie sterben könnten, sei es aufgrund von Kälte, Erschöpfung, Krankheit, Gewalt oder Ertrinken.

Durch Medienberichterstattungen, von Menschenrechtsorganisationen und von Freund_innen auf dem Balkan, haben wir von katastrophalen Zuständen, von tausenden erschöpften Menschen, die an den Grenzübergängen festsitzen, erfahren. Dort mangelt es an allem, ob Wasser, Essen, Decken oder Regenschutz. Die Menschen müssen teilweise über mehrere Tage schutzlos unter freiem Himmel ausharren, durchnässt, hungrig, dehydriert, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.
Immer wieder werden die Menschen von Polizist_innen und dem Militär mit Trängengas und Schlagstöcken zurückgedrängt. Hilfsorganisationen wie der UNHCR oder das Rote Kreuz sind komplett überfordert: In ihren Lagern fehlt es fast überall an Decken, medizinischer Versorgung und Nahrungsmitteln.
Aktuell „ist Slowenien nach Ungarn und Kroatien das neue Transitland auf der Balkanroute. Die Regierung versucht, die Flüchtlinge mit Militär und Polizei an der Grenze festzusetzen: Die Folge ist, dass tausende Flüchtlinge bei winterlichen Temperaturen und schwerem Regenfall im Schlamm übernachten müssen, darunter auch Frauen, Kinder, Alte und kranke Menschen.“ (Pro Asyl, 26.10.15.)
Wir können diese Berichte nicht weiter ertragen und werden deswegen für 10 Tage selbst an einen Ort auf der sogenannten Balkanroute fahren, um vor Ort zu helfen:
Wir wollen Mitte November die Menschen in einer selbstorganisierten Küche an der slowenisch-kroatischen Grenze ablösen, die dort schon seit Wochen Tag und Nacht für die Schutzsuchenden kochen.
Doch für diese praktische Solidarität brauchen wir eure Hilfe!
Wir sind dankbar für jede Form der Unterstützung, egal ob es sich um Sach- oder Geldspenden, Mitfahrer_innen oder Öffentlichkeitsarbeit wie das Teilen dieses Aufrufs handelt.

Spendengelder benötigen wir, um vor Ort handlungsfähig zu sein und die Dinge einkaufen zu können, die am dringendsten gebraucht werden: Eure Geldspenden werden vor allem den Kauf von Nahrungsmitteln, Wasser, Regencapes, Notfalldecken und Sprit ermöglichen. Sollten wir wider Erwarten zu viele Sach- oder Geldspenden erhalten, werden wir diese anderen Koch- und Unterstützungsgruppen auf der Balkanroute zukommen lassen.

An Sachspenden brauchen wir vor allem:
- Winterschlafsäcke
- Regenkleidung
- Babynahrung
- Mützen, Handschuhe
- Trockennahrung aus Großhandel (Linsen, Reis etc)
- Zelte
- Rettungsdecken, Wärmedecken
- Isoliermatten

Geldspenden zur Ermöglichung der Balkan-Support-Tour bitte an:
Kontoinhaber: VVN/BdA Hannover
Verwendungszweck: refugeecamp-Balkan
Bank: Postbank Hannover
IBAN: DE67 250 100 3000 4086 1305
BIC: PBNKDEFFXXX
(Verwendungszweck beachten!)

Sachspenden können, ebenfalls unter Angabe des Verwendungszwecks, abgegeben werden in der:
Fröbelstraße 5, 30451 Hannover.

Bei Rückfragen, Anregungen o.ä. könnt ihr uns per Mail erreichen: grenzenloskochenhannover@posteo.de

Über unsere Fahrt an die Grenzen wird es im Nachhinein eine Multimediareportage und einen Vortrag geben.
Wir werden euch außerdem durch regelmäßige Pressemitteilungen auf unserem Blog über die Verwendung eurer Spenden und die aktuelle Lage auf dem Laufenden halten. Wenn ihr diese auf direktem Wege erhalten wollt, schreibt uns eine Mail mit Bitte um Aufnahme in den Verteiler!

Mit solidarischen Grüßen,
Grenzenlos Kochen